Mit der Headline „pleite aber sexy“ berichtete das Tagblatt im September über die öffentliche Gemeinderatsitzung bei der ein wegweisender Beschluss gefasst wurde. 

Im Projektantrag zur Erlangung von öffentlichen Zuschüsse wurde begründet:

Förderung gesellschaftlicher Zusammenhalt 
Die Initiative zielt darauf ab, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Gemeinde zu stärken. Durch die ganzheitliche Sanierung unseres Projekts schaffen wir eine inklusive Umgebung, die unterschiedlichste Menschen gleichermaßen einbezieht. Das Freibad wird bereits heute von Bürgern aller 6 Ortsteile genutzt. Durch Schwimmkurse für Vorschulkinder (davon 25% kostenfrei für sozial benachteiligte Kinder), fördern wir die Integration und die Schwimmfähigkeit, wodurch auch soziale Ungleichheiten abgemildert werden. Schüler*innen unserer Gemeinschaftsschule haben kurze Wege zum Schwimmunterricht. 
Klimaschutz und nachhaltige Ressourcen 
Im Rahmen der energetischen Sanierung des Freibades erfolgt die Wärmeerzeugung nicht mehr vor Ort mithilfe fossiler Energieträger, was zu keinen direkten CO2-Emissionen (im Scope 1) führt. Zusätzlich werden Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität von 100 kWp installiert, wodurch erhebliche Einsparungen bei den Stromkosten und den CO2‑Emissionen im Scope 2 erzielt werden können. Der Anteil erneuerbarer Energien und/oder unvermeidbarer Abwärme in der Wärmeversorgung wird auf 100% gesteigert. Daneben wird die nachhaltige Verwendung natürlicher Ressourcen, insbesondere von Hölzern und Baumaterialien im Fokus stehen.  
Soziale Integration 
Die Sanierung unseres Projekts trägt maßgeblich zur Förderung der sozialen Integration in der Gemeinde Ammerbuch bei. Das Freibad als Ort des Zusammenhalts wird durch die Sanierung bewahrt und bietet insbesondere Familien wohnortnahe und preisgünstige Erholungsmöglichkeiten. Ohne diese Sanierung würde dieser integrative und friedenstiftende Erholungs-Ort ersatzlos verloren gehen. 
Barrierefreiheit und Resilienz 
In der Planungsphase wurde bereits besonderen Wert auf Barrierefreiheit und Resilienz bei reinem Sommerbetrieb gelegt. 
Durch Bürgerversammlungen und die bestehende fruchtbare Kooperation mit dem Förderverein möchten wir die Akzeptanz der Maßnahmen sichern.

FÖRDERANTRAG IM INTERESSENBEKUNDUNGSVERFAHREN

An diesem Antrag haben wir als Förderverein als bürgerschaftliches Engagement maßgeblich mitgewirkt. Ich bin persönlich sehr enttäuscht, falls das schon 10 Wochen später Makulatur sein sollte. Das Freibad ist in der Tat eines der wenigen Vorzeigeprojekte gelungener Ammerbucher Teilorte-Integration. Es könnte zu einem ökologischen Vorzeigeprojekt werden – wenn man es nur wollte.

Zugegeben: die Gemeinde kann die komplette Sanierung nicht ohne finanzielle Förderung von Bund und Land stemmen. Doch selbst wenn diese aus Haushaltsgründen nicht kommen sollte ist die Frage ob diese Ammerbucher Errungenschaft mit einem Federstrich für alle Zukunft gestrichen werden muss?

Durch die energetische Sanierung könnte in künftigen Haushalten erhebliche Einsparungen und attraktive Arbeitsplätze geschaffen werden. Ein ausgeglichener Haushalt fürs Freibad wäre nicht mehr unerreichbar. 

Reinhard Rubow

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